Entwicklung von Nutzungskonzepten

von Eric Mozanowski, Stuttgart

Bauliche Probleme k?nnen die Modernisierung einzelner Denkmale erschweren, ja sogar unm?glich machen. Sie sind jedoch nicht das einzige Hindernis auf dem Weg zur Realisierung. Viele Vorhaben scheitern l?ngst bevor es zur Bestandserfassung und zur Aufnahme der jeweiligen Schadensbilder kommt, weil kein geeignetes Nutzungskonzept entwickelt werden kann. Das gilt insbesondere f?r gr??ere Objekte wie ehemalige Herrenh?user, Kasernen oder Fabrikanlagen. Anders als beispielsweise bei Schl?ssern oder Kl?stern stehen f?r den Erhalt dieser meist vergleichsweise jungen Geb?ude kaum ?ffentliche Mittel bereit. Das hei?t, sie m?ssen, um erhalten werden zu k?nnen, dem Verwertungsprozess zugef?hrt werden. Denn nicht in jedem Landsitz l?sst sich ein Hotel betreiben und nicht in jeder Fabrik k?nnen schicke Wohn- oder B?rolofts errichtet werden. Denn die Nachfrage nach solchen Objekten ist meist begrenzt.

?Der Gedanke, das historische Erbe auch f?r kommende Generationen erhalten zu wollen ? diesem Vorhaben stehen die Denkmalbeh?rden wohlwollend gegen?ber, setzt sich immer fester in das Bewusstsein und die Handlungsweise?, bekr?ftigt Eric Mozanowski die Erfahrung des Umdenkens. Bei ihrer Genehmigungspraxis folgen die Denkmalsch?tzer der Maxime des Erhaltungsinteresses. Es werden nur diejenigen Geb?ude und Geb?udeteile unter Schutz gestellt, deren Erhalt im ?ffentlichen Interesse liegt. Das Interesse kann dabei ganz unterschiedlich begr?ndet sein. Neben historischen, wissenschaftlichen und kunstgeschichtlichen Argumenten spielen auch die Entwicklung des Stadtbildes und der Tourismus eine Rolle.

Weiterhin erl?utert der Immobilienexperte Eric Mozanowski, dass unabh?ngig davon, wie das Erhaltungsinteresse motiviert ist, die Erhaltung sich immer auf den Erhalt der originalen Bausubstanz bezieht. Diese ist nun einmal nicht reproduzierbar, und sp?testens seit den 1970er Jahren ist auch einer breiteren ?ffentlichkeit bewusst, wie kostbar dieser Schatz ist. Inzwischen sind in Deutschland rund 1,2 Millionen Bauwerke unter Schutz gestellt, rund 60 Prozent davon befinden sich in Privatbesitz. Die wirtschaftliche Basis f?r den privaten Breitendenkmalschutz ist die Denkmal-Afa nach ? 7i des Einkommensteuergesetzes. Dem Staat entstehen durch die erh?hen Abschreibungen zwar Steuerausf?lle von rund 119 Millionen Euro, doch l?sen die Verg?nstigungen das Elffache an Aufwendungen aus. Betrug diese Investition rund 1,3 Mrd. Euro, die j?hrlich von Privatpersonen in Denkmale investiert werden.

Das Gros dieser Mittel flie?t in das Handwerk: Steinmetze, Stuckateure, Holzrestaurateure, Kunstschmiede, Glasmaler und Steinbildhauer sind haupts?chlich in der Denkmalsanierung t?tig. Diese Handwerke w?rden langsam aussterben, wenn nicht immer wieder in die historischen Geb?ude investiert w?rde. Hinzu kommen Maurer, Zimmerleute, Tischler usw. Sie alle profitieren von der Tatsache, dass die Sanierung eines historischen Geb?udes weit arbeitsintensiver ist als ein Neubau.

Allerdings sind dem Denkmalschutz ?konomische Grenzen gesetzt. Bei vielen Sanierungsvorhaben stellt sich inzwischen die Frage, ob das Denkmal ?berhaupt noch in der urspr?nglichen Weise genutzt werden kann. Das betrifft vor allem Industrieanlagen, alte Kasernen, Verwaltungsgeb?ude und Schl?sser. Hier ist eine Umnutzung oft die einzige M?glichkeit, um das Geb?ude wirtschaftlich betreiben und damit auch erhalten zu k?nnen, denn nur in Ausnahmef?llen ?bernimmt die ?ffentliche Hand die Kosten f?r ihre weitere Instandhaltung. Bevorzugt sind L?sungen, bei denen die interessierte ?ffentlichkeit auch weiterhin Zugang zum Denkmal beh?lt. Denn wo bleibt das ?ffentliche Erhaltungsinteresse, wenn ein Schloss f?r immer hinter hohen Mauern verschwindet. Auf der anderen Seite k?nnen die Anspr?che von ?ffentlichkeit und Denkmalbeh?rden nicht so weit gehen, dass eine sinnvolle Nutzung erschwert beziehungsweise unm?glich gemacht wird.

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