Kulturdenkmal: Rinderauktionshalle in Berlin

Die historische Bedeutung der? Rinderauktionshalle in Hauptstadt stellte eine besondere Herausforderung f?r die Neubelebung eines Kulturdenkmales dar. Wie ist es den Verantwortlichen gelungen, diese Herausforderung und ein Nutzungskonzept zu regenerieren und umzusetzen.

Neubelebung einer Industriebrache – Baudenkmalsanierung und Nutzungskonzept f?r erfolgreiche Belebung der Rinderauktionshalle in Berlin ? von Eric Mozanowski, Stuttgart

Kulturdenkmal: Rinderauktionshalle in Berlin
Neubelebung einer Industriebrache, von Eric Mozanowski

Eric Mozanowski, Immobilienexperte und Autor ?Investieren in Denkmale? informiert in regelm??igen Diskussionsbeitr?gen ?ber Kulturdenkmale in Deutschland. Die historische Bedeutung der Berliner Rinderauktionshalle stellte eine besondere Herausforderung f?r die Neubelebung eines Kulturdenkmales dar. Der Stuttgarter Immobilienexperte Eric Mozanowski erl?utert den Teilnehmern die Problematik: ?Eine wirtschaftlich tragf?hige Nutzung der Rinderauktionshalle schien mit den bisherigen Konzepten nicht m?glich. Der Betrieb als sogenannte Manufakturen Halle mit Fl?chen f?r traditionelles Ladenhandwerk, Manufakturen, Marktst?nde und Gastronomie wurde bereits nach vier Jahren eingestellt. Anschlie?end sollte in der Halle ein Freizeit-, Sport- und Wellnesscenter entstehen. Dieses Projekt konnte jedoch nicht in die Tat ungesetzt werden. Daraufhin sollte die Riesenhalle zu einem Zweiradcenter umgebaut werden.?? Die Sanierung und Umnutzung war Bestandteil verschiedener Ideenwettbewerbe. Nach erfolgreicher Sanierung und Instandsetzung zog ?Deutschlands gr??ter Fahrradhandel? Firma Zweirad-Stadler ein.

Kulturdenkmal und Denkmalschutz Rinderauktionshalle: Historische und geschichtliche Bedeutung

Die Rinderauktionshalle hat als Teil des Zentralen Berliner Vieh- und Schlachthofes eine beachtliche stadthistorische Bedeutung. Die 1879/80 errichtete Anlage war f?r die Versorgung einer Zwei-Millionen-Stadt ausgelegt. Der Viehhof hatte als Umschlagplatz dar?ber hinaus auch eine ?berregionale Bedeutung: Um 1900 war er der bedeutendste Handelsplatz f?r Nutztiere innerhalb Europas. Der Arzt und Schriftsteller Alfred D?blin hat dieser Institution ein literarisches Denkmal gesetzt. In seinem Roman Berlin Alexanderplatz (1929) schrieb er ?ber den Betrieb:

?Der Schlachthof in Berlin. Im Nordosten der Stadt zwischen der Eldenaer Stra?e ?ber die Thaerstra?e weg ?ber die Landsberger Allee bis an die Cotheniusstra?e die Ringbahn entlang ziehen sich die H?user, Hallen und St?lle vom Schlacht- und Viehhof. Er bedeckt eine Fl?che von 47,88 ha gleich 187,50 Morgen, ohne die Bauten hinter der Landsberger Allee hat das 27.083.492 Mark verschluckt, woran der Viehhof mit 7 Millionen Mark, der Schlachthof mit 19 Millionen 410.648 Mark beteiligt ist. Viehhof, Schlachthof und Fleischgro?markt bilden ein untrennbares wirtschaftliches Ganzes. [?] Im Betrieb besch?ftigt 258 Beamte, darunter Tier?rzte, Beschauer, Stempler, Hilfstier?rzte, Hilfsbeschauer, Festangestellte, Arbeiter. Verkehrsordnung vom 4. Oktober 1900, Allgemeinbestimmungen, Regelung des Auftriebs, Lieferung des Futters. Geb?hrentarif: Marktgeb?hren, Liegegeb?hren, Schlachtgeb?hren, Geb?hren f?r die Entfernung von Futtertr?gen aus der Schweinemarkthalle. Die Eldenaer Stra?e entlang ziehen sich die schmutzig grauen Mauern [?]. Gelbe Verwaltungsgeb?ude, ein Obelisk f?r Gefallene aus dem Krieg. Und rechts und links langgestreckte Hallen mit gl?sernen D?chern, das sind die St?lle, die Warter?ume. Drau?en schwarze Tafeln: Eigentum des Interessenverbands der Gro?schl?chtereien von Berlin e. V. Nur mit Genehmigung sind Bekanntmachungen an dieser Tafel gestattet, der Vorstand. An den langen Hallen sind T?ren, schwarze ?ffnungen zum Eintrieb der Tiere, Zahlen dran, 26, 27, 28. Die Rinderhalle, die Schweinehalle, die Schlachtr?ume: Totengerichte f?r die Tiere, schwingende Beile, du kommst mir nicht lebend raus. [?] Auf der anderen Seite ziehen sich die Gleise der Ringbahn 15 Kilometer. Aus den Provinzen rollt das Vieh ran, Exemplare der Gattung Schaf, Schwein, Rind aus Ostpreu?en, Pommern, Brandenburg, Westpreu?en.?

Konzeptentwicklung mit der Denkmalbeh?rde

Das in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbeh?rde Berlin-Pankow entwickelte Konzept sah vor, die Fl?che in Lager und Verkaufsraum nur einmal zu teilen, so dass auf der Nordseite ein Verkaufsraum mit einer Fl?che von 7.660 Quadratmetern entstehen sollte. Ziel war es, das Geb?ude im gesamten Verkaufsbereich wieder als Halle und Industriedenkmal f?r die breite ?ffentlichkeit erlebbar zu machen. Im Lagerbereich, der auch als durchg?ngiger Raum konzipiert war, wurde das Mittelschiff freigehalten, w?hrend die Nebenr?ume (Technik-, B?ro- und Sozialr?ume) an den R?ndern der Halle angeordnet wurden. Dadurch konnte auch hier der gro?r?umige Halleneindruck erhalten werden.

Ideen Sanierung und Nutzungskonzept

Eric Mozanowski ?ber damalige ?berlegungen zur Sanierung, Erhaltung und dem Nutzungskonzept: ?Auch das ?u?ere des Geb?udes sollte so gestaltet werden, dass die Dimension des Geb?udes ersichtlich bleibt. Die einst offene Halle sollte an der Nordseite eine um zwei Meter hinter der ersten St?tzachse zur?ckliegender Stahlglasfassade erhalten, so dass hier der alte offene Charakter erhalten und ein Blick ins Innere m?glich ist. Die ?brigen Au?enw?nde sollten dagegen als geschlossene Fassade ausgef?hrt werden, die allerdings auch anderthalb Meter hinter die alte St?tzachse zur?cktritt, damit das originale Bild der Halle mit ihren originalen St?tzen und Dach?berst?nden erhalten blieb.?

?Um schlie?lich auch dem Besucher einen urspr?nglichen Raumeindruck? vermitteln zu k?nnen, plante man den Haupteingang in der Mitte der Nordfassade, so dass beim Betreten sich das Dach erst in zw?lf Meter H?he w?lbt und die Hallenl?nge von 120 Metern zentral ?berblickt werden kann. Zu diesem Zweck sollte das acht Meter breite Mittelschiff ?ber die gesamte L?nge der Verkaufsfl?che von Ladeneinrichtung freigehalten werden?, so Immobilienexperte Eric Mozanowski.

V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski

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