Rennfahrer oder Philosoph – der vergessene Autor

Richard-Alexander Ruthard Edi Wolf Eberhard von Frankenberg und Ludwigsdorff alias Alexander Borelius – von Eric Mozanowski, Stuttgart

Das zwanzigste Jahrhundert gilt als Zeitalter des entfesselnden Nationalismus des alten Europas mit der industriellen Tötung in schrecklichen Kriegen. Genau wie das Automobil Ausdruck und Sinnbild des technischen Fortschritt war. Der Herrenmensch im Silberpfeil oder im Kübelwagen…Keiner passt da besser in diese Bilder als der Herrenfahrer. Diskussionsbeitrag von Eric Mozanwoski, Immobilienkaufmann, Autor des Fachwerks „Investieren in Denkmale“ und bekennender Geschichtsfan der deutschen Automobilentwicklung, nicht nur Rund um Stuttgart. Die Verwirklichung von Ideen, Innovationen, gepaart mit Ehrgeiz und Disziplin haben in der Geschichte unglaubliche Entwicklungen hervorgebracht. Unternehmer Eric Mozanowski weiß um die Tugenden, Werte, Ethik und Normen, die zum Erfolg gehören und in der heutigen Zeit oftmals als „altbacken“ belächelt werden, aber dennoch unabdingbar für Innovation und Fortschritt sind.

Fatum und Freiheit – „Ja es ist Krieg und wir gehen nicht hin!“

Was hat Richard-Alexander Ruthard Edi Wolf Eberhard von Frankenberg und Ludwigsdorff alias Alexander Borelius hat Erkenntnis und Innovation hervorgebracht?

Was hat Richard-Alexander Ruthard Edi Wolf Eberhard von Frankenberg und Ludwigsdorff alias Alexander Borelius hat Erkenntnis und Innovation hervorgebracht?

Eric Mozanowski hierzu: „Aber darum geht es nicht wenn man an Eberhard von Frankenberg denkt und über ihn spricht.“ – Richard-Alexander Ruthard Edi Wolf Eberhard von Frankenberg Anfang der zwanziger Jahre geboren, aus einem alten Geschlechts stammend – verdiente sich früh Meriten als Rennfahrer; aber auch als furioser Autor nach den Schockerlebnissen des zweiten Weltkriegs. Dieser Krieg und das damit verbundene Schicksal seiner Familie gaben ihm als ganz junger Mensch die Sicherheit und Klarheit für das Werk „Fatum und Freiheit“ (unter dem Namen Alexander Borelius).

Unglaublich diese Zeilen als Quintessenz des Erlebten nach 1945: „Der totale Staat kennt keine Skrupel… Ihm mit Historie, Moral oder Nächstenliebe zu begegnen, ist nicht nur ein hoffnungsloses Beginnendes ist auch ein unverantwortliches. Denn allen schöngeistigen Faibles dieser Welt braucht der totale Staat nur eine einzige Schnellfeuerkanone entgegenzusetzen – und er tut es – um sie fortzublasen wie Staub von einem alten Bilde.“ Der totale Staat. Wie klar dieses Urteil für uns Nachgeborene ist, welche Autorennen im Grunde als Atavismus empfinden und nicht recht wissen, ob die Elterngeneration Recht hatte, die in den 80ziger Jahren der Sowjetunion im Falle eines Krieges sozialen Widerstand entgegensetzen wollte. „Ja es ist Krieg und wir gehen nicht hin“.

Totale Idee – keine Freiheit

Der rennfahrende Exsoldat spricht von der „entsetzlichen Befürchtung“, dass die totale Ideologie für immer in die Gehirne der Alten Welt eingezogen sei: „Wenn die totale Idee ein einziges Mal von den Menschen Besitz ergriffen hat – Besitz ergriffen, im Unterbewusstsein…, dann weicht sie nie mehr von Ihnen. Und sobald ein Mensch einmal von ihr besessen ist…, dann gibt es kein Mittel mehr außer dem Tod, das ihn davon abbringen könnte. Man versuche einmal, einen fanatischen SS-Führer auf irgendeine Weise umzuerziehen. Es lohnt nicht den Versuch.“ Die totale Ideologie, die sich eines Hirnes bemächtigt hat, lässt naturnotwendig keine andere Idee mehr zu. „Sonst wäre sie nämlich nicht total. Keine Überredung, kein Wissen, kein Schmerz werden ihn je zu etwas anderem bringen…, denn, seine Welt ist nicht mehr die unsere… Und das nach genau zwölf Jahren. Man rechne sich den geistigen Zustand eines Volkes aus, das fünfzig oder hundert Jahre demselben Einfluss ausgesetzt wäre.“

Was gilt im Heute? – Frieden und Freiheit?

Eric Mozanowski sieht in der aktuellen Entwicklung parallelen. Offenbar passen diese Zeilen in eine Zeit neuer Religionskriege im fernen Osten, die 2014 in deutsche Städte getragen werden. „Kann es sein, dass Alexander Borelius Recht hat?“ stellt Eric Mozanowski die Frage in den Raum.

Die Weltgeschichte, kennt zweitausendsiebenhundertzweiundsechzig aufeinanderfolgende Kriege. Nach jedem haben die Völker hoch und heilig von Frieden und Neuordnung gesprochen. Aber es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder den Krieg auf Grund unseres geistig-kulturellen und technisch-zivilisatorischen Standes für alle Zeiten unter allen Völkern zu bannen; dagegen spräche allerdings jede historische Wahrscheinlichkeit. Die andere Möglichkeit wäre: eine solche prinzipielle und sprunghafte Änderung der Geschichte für ausgeschlossen zu erklären. „Jedes Wort über den Frieden ist dann Zeitvergeudung.“ Der Verfasser spricht von der Determiniertheit der Geschichte, vor der es keine Freiheit gäbe. Freiheit gibt es nur gegenüber dem Individuum. Die Geschichte kenne in den vergangener 5500 Jahren ein bisher undurchbrochenes Fatum. Es wirkt daher nicht anders als eine schöne Geste, wenn der Verfasser (Alexander Borelius) einschränkend sagt, dass auch 5500 Jahre an sich noch keinen gültigen Beweis, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit abgeben.

„Indessen rollt die Welt weiter, heisst in es in einer Besprechung von 1947 des Buches.“, so Eric Mozanowski. Auch der Autor stieg wieder in den Rennwagen, wurde geachteter Rennfahrer in den fünfziger Jahren und bekannter Motorsportjournalist. In den sechziger Jahren dann sogar Fernsehmoderator. 1973 gestorben ist er heute vergessen. Im Grunde zu Unrecht angesichts seiner Werke nach dem zweiten Weltkrieg über den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen, gibt Eric Mozanowski abschließend mit auf den Weg.

Sein Sohn Donald von Frankenberg veröffentlichte 2009 im Verlag Delius Klasing eine Biografie: Richard von Frankenberg – Mit Vollgas durchs Leben

V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

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